Atelierhaus Hirschgarten
Sanierung und Selbst(um)bau zur Reaktivierung eines Kulturstandorts
Steckbrief
Zeitraum: seit 09/2025
Ort: Berlin-Köpenick
Kooperation: Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH
Aufgaben: Workshops, Planung, Bauüberwachung, LP4 – LP8, Koordination und Konzept Selbst(um)bau
Besonderheit: Aktivierung von Leerstand, Räume für Kunst und Kultur, Selbst(um)bau, Bestand
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Im seit vielen Jahren leerstehenden Vorderhaus des legendären ABC-Jugendklubs in Berlin-Köpenick entstehen neue Atelierflächen für Künstler*innen: das Atelierhaus Hirschgarten. Der Bestand soll reaktiviert werden und so die lokale und kulturelle Infrastruktur gestärkt werden – in einer Zeit, in der vielerorts Kulturflächen verschwinden oder zugunsten anderer Nutzungen weichen müssen.

In Kooperation mit der Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH (GSE) werden dauerhaft bezahlbare Arbeitsräume für Kulturschaffende umgesetzt. Ausgangspunkt ist eine bereits genehmigte, jedoch bislang nicht umgesetzte Sanierungsplanung, die, unter den heutigen Bedingungen eines sehr begrenzten Budgets, realisierbar gemacht werden soll. Durch Überprüfung des Bestandes, Anpassung der Planung und Priorisierung der Maßnahmen wird sichergestellt, dass das Gebäude durch minimale bauliche Eingriffe wieder in Nutzung gehen kann.


Zuerst wird von Fachfirmen saniert, instandgesetzt und repariert. Ab dem Frühjahr 2026 beginnt die Phase des Selbst(um)baus. Dann werden die zukünftigen Nutzer*innen unter fachlicher Anleitung ihre Ateliers selbst (um)bauen. Der Selbstbau ist hierbei ein wichtiges Werkzeug zur Sicherung langfristiger Bezahlbarkeit. Die durch die künftigen Nutzer*innen eingebrachte Arbeitszeit wird als “Muskelhypothek” angerechnet und in Form einer langfristig vergünstigten Miete berücksichtigt. Dieses Prinzip haben wir bereits erfolgreich in den Selbst(um)bau-Projekten BLEIBE 1.0 und BLEIBE 2.0 angewendet.
Wir begleiten das Projekt über die klassischen Architekturleistungen hinaus – mit der Entwicklung Selbstbau-gerechter Konzepte, der Strukturierung von Bauabschnitten und Workshops sowie der Koordination der Schnittstellen zwischen Fachfirmen, Nutzer*innen und lokalen Akteur*innen.

Selbstbau verstehen wir als professionelle und kollektive Praxis, bei der Planung, Ausführung und Nutzung eng miteinander verbunden sind. Anstelle einer vollständig ausgelagerten, konventionellen Baumaßnahme, setzen wir auf angepasste Planung, gemeinsames Arbeiten und einen verantwortungsvollen Umgang mit Bestand und Ressourcen. So entstehen Räume, die nicht nur funktional sind, sondern auch langfristig nutzbar, bezahlbar und Gemeinwohl-orientiert bleiben.




